Technische Expertise
Kupplungskorb / Kupplung K1200S, R, R-Sport
Alle Angaben ohne
Gewähr, Durchführung / Reparatur auf eigene Gefahr
Es gibt zwei Generationen von Kupplungskörben und zwei Generationen
Lamellenpakete. Die Kupplungskörbe unterscheiden sich zunächst in ihrer
Färbung, die letzte Generation hat einen dunklen Alu Kupplungskorb und die alte
Version einen hellen Alu Korb.
Technisch wurde die zweite Generation überarbeitet, eigentlich ist es
die K1300 Kupplung mit geänderten Ölpumpenritzelverzahnung.
Die Lagerung des Korbs auf dem Verspannzahnrad wurde
auf dem Außenring erweitert, hingegen bei der alten Version trägt nur die
Lagerfläche in der Mitte des Kupplungskorbes.
1.
Generation 2. Generation

Bei den Lamellenpaketen wurde die Ölzufuhr für die erste Lamelle
verbessert und ein Entlastungsmechanismus mit Scheibe und Tellerfeder
eingesetzt.

Dieser Mechanismus verhindert dass die erste Reiblamelle (die schmalere
des Pakets) Reibung erfährt und erst kraftschlüssig wird, wenn komplett
eingekuppelt wurde. Das mindert den Verschleiß an der ersten Lamelle mit der
Paarung Stahl / Reibbelag / Aluträger.

Die vier Originalfedern des Ruckdämpfers haben folgende Spezifikation
(im Neuzustand). Diese wurde über die Drahtdicke,
den Durchmesser und die Anzahl der Windungen ermittelt.

Außendurchmesser: De=19,5 mm
Drahtdicke: d=5
mm
Ungespannte Länge: Lo=32 mm
Anzahl der Windungen gesamt: nt=5
Anzahl der federnden Windungen:
n=3
Masse:
m=32 g
Federkonstante: ca. 679
N/mm
Belastung bei statischer Höchstkraft
Fn=1674 N
Ln=27,53 mm
Hier gestreckt auf Lo=33 mm (Testeinbau)

Die Daten der Feder der ersten Stufe des Ruckdämpfers:
Außendurchmesser:
De=18 mm
Drahtdicke: d=3,25 mm
Ungespannte Länge:
Lo=26 mm
Anzahl der Windungen gesamt: nt=5
Masse: m=13
g
Ø
Die Spezifikationen der Federn im Kupplungskorb der zweiten Generation
wurden nicht ermittelt.
Die Federn eines gebrauchten Kupplungskorbes (ca. 80.000 km) ergaben
folgende Messwerte:
Masse:
m=32 g
Drahtdurchmesser: d=5
mm
Durchmesser: De=19,5
mm
Ungespannte Länge(n): Lo=3 x
30 mm/1 x 31 mm (Einbaulänge Werk 32 mm)
Die Feder hat bei der vollständigen Torsion des Kupplungskorbes zum Verspannzahnrad ca. 5 mm Weg über die Drehbewegung, was
darauf schließen lässt, dass sie an der statischen Höchstkraft liegt und evtl.
auf Block geht bevor die Wangen des Verspannzahnrades
die Alumitnehmer des Korbes treffen.

Ø
Kontaktspuren zwischen beiden Bauteilen konnten trotz gesetzter Federn und
ca. 80.000 km nicht nachgewiesen werden.
Festgestellter
Verschleiß
Die Federn der zweiten Stufe des Ruckdämpfers waren durchweg 1-2 mm
gestaucht und wackelten in der Führung herum was zu Geräuschen und
Lastwechselreaktionen führt.
Die Lagerung des Verspannzahnrades im
Kupplungskorb weist bei einer Laufleistung von ca. 80.000 km eine Lagerluft von
etwas mehr als 0,05 mm auf.
Der Kupplungskorb kann darüber in eine Taumelbewegung geraten was zu
Vibrationen über verschiedene Drehzahlbereiche führt. Das Betätigen der
Kupplung kann die Vibration beruhigen (zentrieren), ähnlich wie bei einem
verschlissenen zentralen Nadellager auf der Getriebeantriebswelle
Die Lamellenführung im Kupplungskorb und Lamellenträger weisen
Druckstellen (Rattermarken) auf was zum Haken der
Lamellen führen kann, sofern die Position der Lamellen verändert wird oder dort
neue Lamellen verbaut werden. Die neuen Lamellen rutschen immer wieder in die
Vertiefungen und geben somit ungewollte Reibung auf das Paket.
Das führt zu Schaltschwierigkeiten und der Leerlauf lässt sich meist
nicht mehr einlegen im Stand. Die Einlaufphase neuer Lamellen kann hier bis zu
500 km in Anspruch nehmen.

Verschleißt das zentrale Nadellager bekommt es mehr Spiel. Der Motor
„grollt“ oder läuft rau im Stand wenn die Drehzahl angehoben wird, Der Zustand
bleibt bestehen bis die Kupplung betätigt wird, danach ist diese Unruhe kaum
noch zu spüren. Weiter kann der Kupplungskorb taumeln und Vibrationen
verursachen.

Diese Laufspuren entstehen bei zu viel ungedämpfter
Bewegung des Stahlzahnrades mit dem Kupplungskorb bei verschlissenen
Ruckdämpferfedern, sind aber unbedenklich.

Als Folge daraus verschleißt auch die Tellerfeder zwischen Verspannzahnrad und Kupplungskorb und verliert ca. 0,2 mm oder
mehr Höhe zu ihrer Spannkraft.
Hier extremer Verschleiß an der Tellerfeder.

Auch das führt dazu dass der Kupplungskorb Vorspannung verliert, taumeln
kann und Vibrationen erzeugt.
Das Lamellenpaket der letzten Generation ist eher unauffällig. Das liegt
daran, dass die erste Lamelle mit einem Tellerfedermechanismus entlastet wird
und keine Reibung beim Einkuppeln erfährt.
Auch nach fortgeschrittener Laufleistung weist die dahinter liegende
Stahllamelle keine Laufspuren auf und die Reibscheibe ist maßhaltig.

Das ausgebaute Lamellenpaket meiner K1200 entspricht bereits die letzte
Generation und ist nach mehr als mir bekannten 20.000 km vom Maß knapp im
Neuzustand, alle 8 Reiblamellen haben eine Belagstärke
von 3,75 mm.
Bei Lamellenpaketen der ersten Generation verschleißt meist nur die
erste Lamelle wegen Ölmangel und der Materialpaarung
Stahl/Alu am Reibbelag. Diese nutzt sich vollständig
bis auf das Metall ab und kann brechen.
Die Zentrierung des Lamellenpaketes wird über die beiden
gekennzeichneten Bohrungen gegeben. Die Bohrung links misst 5 mm, rechts ist
ein Langloch und die 4 weiteren Bohrungen messen 5,5
mm.

Instandsetzungsmöglichkeiten
Der Autor dieses Kompendiums übernimmt
keinerlei Gewährleistung oder Haftung für die vom Anwender durchgeführten
Arbeiten. Der Anwender ist für die Sicherheit und Qualität seiner
Reparaturmaßnahme selber verantwortlich.
Alle Angaben ohne
Gewähr
Zerlegung:
Das Verspannzahnrad wird mit 3 konischen
Nieten, kleinster Durchmesser 7 mm am Kupplungskorb gehalten. Die Nietenköpfe
werden an der Zahnradseite (Rückseite) ausgebohrt und Richtung Kupplungskorb
herausgetrieben. Das für die Niete verwendete Material konnte nicht ermittelt
werden.

Die Befestigung wird später mit Linsenkopfschrauben M8x12 mit der Güte
10.9 und Hülsenmuttern M8 10x20 mm hergestellt. Die Bohrungen im Kupplungskorb
und die Stahl Deckplatte werden auf 10 mm aufgebohrt. Die leicht überstehende
Hülsenmutter (1-1,5mm) dient später als Führung für die Stahl Deckplatte.

Die Hülsenmuttern müssen mit Loctite 648 eingesetzt werden, das
Anzugsmoment an dieser Stelle beträgt max. 15-18 Nm. Wer später die
Linsenkopfschrauben fester anzieht oder die Hülsenmuttern nicht einklebt riskiert
dass die Hülsenmutter am Bund abgerissen wird. Siehe Bild, Anzugsmoment betrug
25 Nm. Die Linsenkopfschraube wird mit Schraubensicherung Mittelfest
eingesetzt.

Das Ergebnis

Am Kupplungskorb werden vorsichtig die Stege bearbeitet und die Druckstellen
begradigt, das führt allerdings zu einem erhöhten Spiel an den
Lamellen von ca. 0,10-0,15 mm.

Die Tellerfeder zwischen Kupplungskorb und Verspannzahnrad
kann mit einer Ausgleichsscheibe 0,20 bis 0,50 mm hinterlegt werden.
Bei Kupplungskorb 1 ist der Verschleiß soweit fortgeschritten dass eine Beilagscheibe als Reparaturempfehlung nicht gegeben werden
kann.
Kupplungskorb
1
Kupplungskorb 2

An dieser Stelle erkennt man den unterschiedlichen Verschleißzustand der
Kupplungskomponenten. Um hier die Vorspannung der Tellerfeder wieder etwas zu
erhöhen können Ausgleichsscheiben unterlegt werden.
Diese kann unter die Tellerfeder gelegt werden, besser ist es aber die
Scheibe zwischen den beiden Verspannzahnrädern zu
legen. An dieser Stelle ist die geringste Bewegung der Komponenten und die
Ausgleichscheibe wird nicht punktuell belastet wie im Bild zu sehen.
Montage zwischen Verspannzahnrad Montage an der Tellerfeder

Das zentrale Nadellager besteht aus der Nadelhülse und Innenhülse. Die
Lagerluft ist nicht Standard und ist entweder C3 oder weniger, allerdings
konnte das nicht ermittelt werden.
Die erhöhte Lagerluft wird allerdings über die Nadelhülse eingestellt
und nicht über die Innenhülse. Die originale Nadelhülse ist ein HK354530 LIO von
NKE und als Ersatzteil nicht verfügbar.
An der Stelle muss eine Nadelhülse mit Standard Lagerluft verbaut
werden, Beispiel: Standard Nadellager NK35/30 (Wichtig: Ausführung mit
Stahlkäfig)
Die erhöhte Lagerluft wird dann mit der Innenhülse eingestellt. Der
Durchmesser der Hülse wurde um 0,03 mm auf 34,97 mm geschliffen, das
entspricht etwa C3.
Diese Arbeiten wurden ausgeführt durch:
Produktionsschleiferei Hoffmann
Gahrenknick 8
32609 Hüllhorst

Die neue Nadelhülse wird eingesetzt indem die Aufnahme im Verspannzahnrad auf ca. 130-150°C erwärmt wird. Das Lager
rutscht
dann ohne Widerstand in den Lagersitz.
Wird die Lagerluft nicht angepasst, kann das im warmen Zustand zu
erhöhter Reibung am Lager zur Getriebeeingangswelle führen und daraus
resultierend Schaltschwierigkeiten wie laute Schaltgeräusche und
Probleme den Leerlauf einzulegen.
Bei erhöhtem Verschleiß und Spiel zwischen Verspannzahnrad
und Kupplungskorb kann der Kupplungskorb mit einer Lagerbuchse
neu gelagert werden. Diese kann aus Sinterbronze angefertigt werden.
Dazu wurde ein Rohling Sinterbronze 60x50x35 mm beschafft.
Das Ergebnis rechts im Bild mit fertiger Buchse.


Bei den Reibscheiben gibt es Unterschiede, Kupplungspakete der ersten
Generation haben 8 identische Reibscheiben. Die Flanken messen 14 mm, bis auf
eine die hat 13 mm. Auch der Kupplungskorb ist so beschaffen.
Die TRW Lamellen MCC611-8 für die K1200 passen nicht direkt, die
Mitnehmer sind alle 14 mm breit und einer muss nachgearbeitet werden.
Hingegen das Lamellenpaket MCC614-8 passt wiederum für die K1300
Kupplung und die 2. Generation Kupplungspakete mit Entlastungslamelle, auch für
K1200. Hier ist jeweils eine Flanke in 13 mm vorhanden.

Hier die Ausrichtung beider 13 mm Einfassungen (TRW Lamellenpaket):

Original Ersatz für die Federn des Torsionsdämpfers gibt es nicht, nur
Kompromisslösungen oder Sonderanfertigungen. Federn in Sonderanfertigung sind aber
teuer, ab 500 Euro aufwärts in der Produktion und Menge 10-20 Stück. Diese haben
dann oft ein anderes Gewicht als das Original. Das erfordert dass der
Kupplungskorb neu gewuchtet werden muss.
Häufig werden die gelben Werkzeugfedern von Sodemann
R206-405 erwähnt. Diese Federn wiegen aber nur 28 g und haben eine wesentlich
geringere Federkonstante als das Original.

Die Sodemann Werkzeugfeder R206-405 ist nicht
zu empfehlen. Gegenüber der Originalfeder mit ca. 679 N/mm hat diese Feder nur
224 N/mm als Federkonstante.
Die Gefahr besteht dass unter hohen Belastungen Kupplungskorb und Verspannzahnrad mechanisch aneinander schlagen was bei der
Originalfeder nicht nachgewiesen werden konnte.
Aufgrund der unsymetrischen Verteilung der
Druckfedern auf dem Verspannzahnrad führt das bei 4 g
Gewichtsdifferenz zwangsläufig zu Vibrationen im Motor bei unterschiedlichen
Drehzahlen.
Bei der Verwendung von Sodemann Federn muss
die Farbe entfernt werden und ein Gewichtsausgleich muss her sofern nicht neu
gewuchtet wird.
Im Rahmen einer Testfahrt wurden 4 g schweren Federn in die eigentliche
Druckfeder testweise eingesetzt. Das Paket hat dann wieder 32 g und es muss
zunächst nicht gewuchtet werden.
Besser geeignet sind die Federn die gelegentlich als Satz im Netz
angeboten werden. Diese Federn entsprechend weitestgehend die Spezifikation der
Originalfeder und liegen je nach Anbieter zwischen 50 € und 120 € im Satz,
teils mit Befestigungsmaterial für den Kupplungskorb.
Das sind meist Privatauktionen von Anbietern, die Federn in einer
größeren Stückzahl haben anfertigen lassen.
Angaben zur Federrate werden allerdings nicht genannt, jedoch ist die
Anzahl der Windungen, der Drahtdurchmesser, Länge und Durchmesser fast
identisch mit den originalen Federn.
Berechnet liegen diese Federn zwischen 590 und 670 N/mm Federkonstante,
was weitestgehend dem Original entspricht.
Lediglich die Bearbeitung der angelegten Endwindungen lässt zu wünschen
übrig, was sich auch in einer Gewichtsdifferenz zum Original auswirkt.
Links Ersatzfeder, rechts Original. Verarbeitung der angelegten Windung
beim Ersatz.

Bezugsquellen:
Hülse: OEM,
21217700526
Schleifarbeit: Produktionsschleiferei
Hoffmann, Gahrenknick 8, 32609 Hüllhorst
Feder: Verschiedene
Anbieter im Netz
Innenfeder: Amazon,
1,6x10x35
https://www.amazon.de/dp/B0DHXGJHPC?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title&th=1
Paßscheibe: Amazon, 65
mm DIN 988 Stahl
https://www.amazon.de/dp/B011SRS8N4?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title
Sinterbuchse: Agrolager,
60x50x35
https://www.agrolager.de/product_info.php?products_id=91531179
Hülsenmutter: Amazon, Set M8
https://www.amazon.de/dp/B011SRS8N4?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title
Nadellager: NKE NK35/30
https://www.ekugellager.de/nk35-30_3
ZEN NK35/30
https://www.ekugellager.de/nk35-30_4
Weitere Nadellager mit Stahlkäfig:
INA NK 35/30-F-XL Nadellager ohne
Innenring mit Stahlkäfig
SKF NK 35/30 TN Nadellager ohne
Innenring mit Stahlkäfig
NTN NK 35/30R Nadellager ohne Innenring
mit Stahlkäfig
NTN HMK 3530 Nadelhülse ohne Innenring
mit Stahlkäfig
Loctite: 648 (Fügen,
Welle, Nabe), 243 Schraubensicherung Mittelfest
Testfahrt, Inspektion
und Beurteilung der Bauteile
Gestreckte
Originalfedern
Eine Testfahrt mit gestreckten Originalfedern wurde durchgeführt. Die
Federn wurden auf ein Maß von ca. 33 -34 mm gestreckt und eingebaut. Nach rund
100 km Testfahrt wurde der Kupplungskorb wieder demontiert und die Federn
geprüft.
Der Motor lief rund, Kupplungskorb 1 ohne Vibrationen und ohne
erkennbare Lastwechselreaktionen. Kupplungskorb 2 zeigte Vibrationen im
mittleren und hohen Drehzahlbereich, auch hier keine Lastwechselreaktionen.
Geräusche wurden nicht festgestellt.
Allerdings war mit beiden Kupplungskörben ein leichtes Grollen bzw.
unruhiger Lauf zu spüren, der mit betätigter Kupplung nicht zu spüren war.
Ursache ist das zentrale Nadellager und die Lagerung des Alu Kupplungsträgers
auf dem Verspannzahnrad.
Die gestreckten Originalfedern wiesen alle nach ca. 100 km Testfahrt
eine Länge von 33 mm auf. Wie lange die Federn das gestreckte Maß beibehalten
wurde nicht ermittelt.
Sofern das so zum Einsatz käme wäre ein jährlicher Wartungspunkt zu
empfehlen.
TRW
Kupplungslamellen
Die Testfahrt wurde mit neuen Lamellen TRW MCC614-8 durchgeführt.
Druckstellen am Kupplungskorb führten dazu, dass der Leerlauf sich nicht mehr einlegen
ließ im Stand wenn der Motor lief.
Ein später getesteter bearbeiteter Kupplungskorb und Belagträger
wies diese Problematik nicht mehr auf, das Getriebe schaltete butterweich und
der Leerlauf ließ sich stets einlegen ohne Probleme.
Begradigung am Korb vorausgesetzt, sind die TRW MCC614-8 Lamellen für
das Kupplungspaket der letzten Generation zu empfehlen. Die Begradigung ist
grundsätzlich zu empfehlen, andernfalls dauert die Einlaufphase neuer Lamellenpakete
500 km oder mehr, egal welcher Hersteller.
Sodemann Federn R206-405 (gelb)
Mit diesen Federn habe ich eine Testfahrt von rund 1000 km durchgeführt.
Dabei wollte ich wissen, ob die deutlich geringere Federkennung Stand hält und
das Stahlzahnrad nicht mechanisch gegen die Mitnehmer des Kupplungskorbes
schlägt.
Das Gewicht der Feder wurde durch Beigabe einer Innenfeder auf das
Originalgewicht angepasst.
Nach 1000 km recht zügiger Testfahrt konnte Kontakt zwischen
Stahlzahnrad und Mitnehmer des Kupplungskorbes in Beschleunigungsrichtung nachgewiesen
werden, in Drehrichtung des Schiebebetriebs nicht.

Der Motor lief rund, ohne Lastwechselreaktionen, Vibrationen lediglich
beim Abtouren aus hohen Drehzahlen, was vermutlich
auf Spiel in der zentralen Gleitlagerung zurück zuführen war. Verwendet wurden
4 g schwere Innenfedern damit der Gewichtsunterschied ausgeglichen werden
konnte.
Nach der Zerlegung des Kupplungskorbes waren die Federn maßhaltig bei 32
mm, die innenliegenden Federn unbeschädigt.
Die Feder mit einer Federrate von 224 N/mm plus Zusatzfeder 14 N/mm im
Paket sind gegenüber der Originalfeder mit ca. 679 N/mm viel zu schwach.
Zu der Belastung mit Anschlag kam es im Solobetrieb, 85 kg Fahrergewicht
und ca. 80% Leistungsentnahme des Motors.
Die Feder ist nicht zu empfehlen.
Zentrale
Gleitlagerung Korbträger und Verspannzahnrad
Lediglich die zentrale Gleitlagerung machte bei beiden Kupplungskörben Probleme.
Das erhöhte Spiel lässt den Alu-Korb taumeln und verursacht Vibrationen in
unterschiedlichen Drehzahlbereichen. Beide Kupplungskörbe haben eine
Laufleistung von ca. 80.000 km.
Die Beilagscheibe zur Erhöhung der Vorspannung
an der Tellerfeder verbesserte das Laufverhalten geringfügig.
Die Empfehlung hier ist die Überarbeitung der zentralen Gleitlagerung mit
einer Buchse und Beilage einer Ausgleichscheibe um den Druck der Tellerfeder zu
erhöhen, vorausgesetzt die Tellerfeder ist nicht so verschlissen wie diese hier
im Bild.
Bei der Erhöhung der Federspannung mit Beilagscheiben
ist darauf zu achten, dass das Verspannzahnrad noch
beweglich bleibt.

Zentrale
Nadellagerung
Es wurden zwei Testfahrten durchgeführt. Eine mit bearbeiteter Innenhülse
(34,97 mm) und neuem Standard Nadellager und eine mit unbearbeiteter Innenhülse
(35 mm) und neuem Standard Nadellager.
Bei dem Testlauf mit der geschliffenen Hülse und Standard Nadellager
wurde kein Unterschied zur Originallagerung festgestellt. Unruhiger Lauf und
Grollen identisch mit dem Zustand zuvor.
Mit der Paarung Standard Hülse und Standard Nadellager lief es etwas
ruhiger, allerding war der Gangwechsel deutlicher zu hören als mit der Lagerung
im Werkszustand. Schaltschwierigkeiten oder eine hakelige
Schaltung konnte ich nicht feststellen.
Nach rund 1000 km mit dem Standard Nadellager und der ungeschliffenen
Hülse zeigte sich folgendes Laufbild.

Empfehlung hier bei Verschleiß ist die Verwendung von einem Standard
Nadellager mit Stahlkäfig und einer Innenbuchse geschliffen auf 34,98 – max. 34,97
mm. Aus meiner Sicht sind 34,98 mm ausreichend reduziert um Laufruhe
herzustellen und Schaltgeräusche zu minimieren.
Der Umbau bzw.
Modifikation der originalen Kupplung geschieht auf eigene Gefahr, alle Angaben
ohne Gewähr.
Zu keinem Zeitpunkt
hat es einen Dauertestlauf gegeben, noch Festigkeitsberechnungen durchgeführt.
Stand 02/2026